St.Galler Demenzkongress

Stabübergabe

Nach sechs Jahren übergibt Martina Merz-Staerkle die Leitung des St.Galler Demenzkongresses, für den sie gemeinsam mit Susi Saxer verantwortlich war, an ihre Kollegin Heidi Zeller, Leiterin der Fachstelle Demenz an der Fachhochschule St.Gallen. alzheimer.ch/youtube

Der St.Galler Demenzkongress findet 2018 zum sechsten Mal statt. Mitinitiantin Martina Merz-Staerkle übergibt die Leitung an ihre Kollegin Heidi Zeller, Leiterin der Fachstelle Demenz an der Fachhochschule St.Gallen. Im Video sprechen die beiden über Vergangenes, Aktuelles und die Zukunft.

Von Marcus May

Der St.Galler Demenzkongress ist nicht mehr wegzudenken. Über tausend Besucherinnen und Besucher strömen jeweils mitte November in die Hallen der St. Galler Olma-Messen, um sich vom reichhaltigen, zuweilen auch herausfordernden Programm rund um die Pflege von Menschen mit Demenz in Form von Keynotes, Referaten und Workshops inspirieren zu lassen.

«Wir haben immer die Themen aufgenommen, die für die Pflegenden wirklich von Bedeutung sind und der Praxis dienen», sagt Martina Merz-Staerkle von der Fachhochschule St. Gallen, seit 2013 gemeinsam mit Susi Saxer verantwortlich für den Kongress. Das Interesse sei von Anfang an sehr gross gewesen. «Das Thema Demenz betrifft nun einmal alle Menschen.»

Die Veranstaltung habe sich im Lauf der Jahre dahingehend verändert, dass vermehrt auch Themen aufgegriffen würden, die für verschiedene Berufsgruppen von Bedeutung seien. Und: «Wir haben realisiert, dass es wichtig ist, das Publikum mit einzubeziehen, also interaktiver zu werden.» In diese Richtung habe man jetzt mit ersten Versuchen begonnen.

Das Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses lautet «Freiheit leben – (gem)einsame Wünsche und Hoffnungen».

Personen mit Demenz möchten selbstbestimmt und selbständig in ihrer vertrauten Umgebung leben, zusammen mit Menschen, die sie kennen. Sie wollen am Leben teilhaben, Normalität erfahren und Sinnhaftigkeit spüren. Anerkannt, beschäftigt und sicher sein sind wichtige Aspekte dieser Selbstbestimmtheit.

Aber: Im Kontext von Pflege- und Betreuungssituationen wird das Recht auf Selbstbestimmung, insbesondere bei Menschen mit Demenz, täglich unbemerkt tangiert.

Dabei geht es in der Regel nicht um eine absichtsvolle Bevormundung, sondern es entstehen Situationen, die ein Dilemma hervorrufen. Insbesondere dann, wenn der Wille des Betroffenen den «gut gemeinten» Absichten der Pflegeperson widerspricht, mehrdeutig ist oder (scheinbar) ganz ausbleibt.

«Wir wünschen uns, dass der Kongress Denkanstösse vermittelt, die für Pflegende und Betreuende hilfreich sind, dass genügend Zeit zur Verfügung steht für spannende Diskussionen und ein bereichernder Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen stattfindet», sagt Merz-Staerkle.

Für die ehemalige Professorin ist es der letzte Kongress als Verantwortliche, sie übergibt die Leitung an ihre aktuelle Co-Leiterin, Professor Dr. Heidi Zeller, Leiterin der Fachstelle Demenz an der FHS St.Gallen

Wird sich durch die Stabübergabe in Zukunft etwas ändern, das Konzept hat sich doch bewährt?

Bei einem Leitungswechsel stelle sich unweigerlich die Frage nach Veränderung, entgegnet Heidi Zeller, doch Bewährtes müsse man beibehalten. Für 2019 sei eine Ergänzung des bisherigen Kongresses mit einem wissenschaftlichen Symposium geplant, das vor allem dem Austausch zwischen Forschern und Forscherinnen im Bereich Dementia Care Research dienen solle.

«Selbstverständlich werden die Themen und Aspekte rund um die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz nach wie vor im Zentrum des Kongresses stehen, daran wird sich nichts ändern.» Man wolle aktuell und am Puls der Entwicklungen bleiben, und die Themen aufgreifen, welche die Leute an der Basis beschäftigten.


 

«Mein Name ist Nase» hatte einen Auftritt am St.Galler Demenz-Kongress 2017. Im Video sprechen Mattan und Peter Wissmann von Demenz Support Stuttgart über die Entstehungsgeschichte der CD «Reminitenz». alzheimer.ch/youtube


 

«Freiheit leben – (gem)einsame Wünsche und Hoffnungen» – dieses Thema steht im Fokus des St.Galler Demenz-Kongresses vom 14. November 2018. Der Kongress bietet aktuelle Inhalte rund um das Thema Demenz mit Perspektiven aus Forschung und Praxis. alzheimer.ch ist offizieller Medienpartner und berichtet regelmässig über den Kongress.

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erschienen: 25.10.2018

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