Quiz - Alzheimer

Was bin ich?(3)

Geschätzt und verdrängt

Was bin ich?

Ich muss Folgendes vorausschicken: Auf den ersten Blick mag man mich nicht, die Menschen übersehen mich gern. Ich löse oft Gefühle aus, die nicht erwünscht sind, die lieber verdrängt werden. Dennoch weiss ich, dass ich grundsätzlich sehr geschätzt werde, wenn auch nur von denen, die mich wirklich brauchen. Die wollen mich dann nie mehr hergeben.

In manchen Institutionen stehe ich mit meinen Kollegen einfach mal so ‘rum, man kann mich benützen oder ignorieren. Zuweilen muss ich vor den Bewohnern versteckt werden, weil ich nicht nur eine Hilfe, sondern auch eine Gefahr sein kann. Als Fluchthelfer bin ich denkbar ungeeignet, denn Treppensteigen ist gar nicht mein Ding.

Mir ist es wohl, wenn ich nur eine Besitzerin habe. Wir haben uns aneinander gewöhnt und sind optimal aufeinander eingestellt. Ich wähle hier die weibliche Form, denn es sind vor allem die Frauen, die mich mögen. Die Männer scheinen ein grösseres Problem mit mir zu haben. Vielleicht ändert sich das ja, sollte ich je zum Statussymbol hochstilisiert werden.

Es wundert mich, dass es mich erst seit 40 Jahren gibt, obwohl der Teil, der mich ausmacht, bereits vor 10’000 Jahren erfunden wurde. Die Entwicklung ist nicht stehen geblieben, man hat an mir rumgetüftelt, ich wurde optimiert und bin jetzt in vielen Ausführungen und Preisklassen erhältlich. Einen Kumpel von mir gab es auch schon im Aldi zu kaufen.

Jetzt muss ich wohl deutlicher werden: Neben meiner wichtigsten Funktion biete ich noch weitere Annehmlichkeiten. Einerseits verleihe ich Sicherheit und Mobilität, andererseits kann man sich auf mir ausruhen, an mich anlehnen, an mir aufrichten. Warum also diese Antipathie? Ich muss die Menschen nicht verstehen, ich diene ihnen. Also, was bin ich?
(Marcus May)

Gratuliere! Oder war es so offensichtlich?

Da haben Sie sich wohl verschätzt? Oder haben Sie die offensichtliche Antwort verdrängt?