Gespräche über Demenz

Schule der Endlichkeit

In Till Veltens Buch «Schule der Endlichkeit» hat der forschende Künstler die Rolle der Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen untersucht. Während mehrerer Aufenthalte in der Sonnweid, dem innovativen Wohnheim für Menschen mit Demenz in Wetzikon bei Zürich, führte er zahlreiche Gespräche mit Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie mit den Menschen, die dort arbeiten. alzheimer.ch/youtube

Der Künstler Till Velten hat in der Sonnweid intensive Gespräche mit Angehörigen von Menschen mit Demenz geführt. Sein Buch «Schule der Endlichkeit» handelt von Wesensveränderungen und vom Verlust des alten Lebens – aber auch vom neuen Leben, von neuen Freundschaften und vom Tod.

Von Marcus May

Das Buch liegt trotz seiner Grösse leicht in der Hand und macht sofort Lust auf Mehr. Beim Öffnen fächern die Blätter angenehm durch die Finger, die Seiten sind blütenweiss und federleicht und meist eng bedruckt.

Beim Blättern fallen sofort die bunten Linien und Bänder auf, die das Geschriebene manchmal unter-, manchmal übermalen. Linien, die auch das Cover überziehen. Lebenslinien, die plötzlich aufhören oder einfach verblassen und dennoch immer farbig bleiben.

Letzteres beschreibt Till Velten mit einnehmender Gestik in diesem Videobeitrag. Und über die Sonnweid sagt er unter anderem:

«Der Tod lebt im Hause auf angenehm heitere Art; als Gefährte, ganz seltsam, er ist einfach anwesend.»

Till Velten, Schule der Endlichkeit, Gespräche über Demenz. Herder-Verlag 2018, 168 Seiten.

Till Velten, Sprechen über Demenz. Herder-Verlag 2015, 160 Seiten

Besuchen Sie Till Veltens aktuelle Ausstellung im Zürcher Haus Konstruktiv. (bis 2.September)

erschienen: 21.06.2018

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