Bücher und Filme

Literatur und Filmkunst eröffnen neue Horizonte und stellen überraschende Zusammenhänge her – auch zum Thema Demenz. Hier finden Sie eine Auswahl unserer Favoriten.

 

Belletristik, Kunst und Kinderbücher


Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge – Wie ich mit Alzheimer lebe

Eveleen Valadon erinnert sich sehr gut an die Vergangenheit, doch ihr Kurzzeitgedächtnis lässt sie immer öfter im Stich. Vor vier Jahren bekam sie die Diagnose Alzheimer. Aus Scham hielt sie ihre Krankheit anfangs selbst vor ihrem engsten Umfeld geheim. Doch dann beschloss sie zu erzählen. Davon, wie es sich anfühlt, wenn die Gedanken wie Schmetterlinge im Kopf herumflattern.

Mit bewundernswertem Mut ringt Eveleen Valadon ihrem inneren Feind ein autonomes Leben ab und beweist auf berührende Weise, dass sie noch immer sie selbst ist. Die ehemalige Lehrerin und Malerin hat gemeinsam mit der Journalistin Jacqueline Remy ein berührendes und starkes Buch geschrieben, das jetzt auch auf deutsch erschienen ist.

«Mein Leben besteht darin, meinem Gedächtnis nachzulaufen. Die Worte entziehen sich mir, meine Erinnerungen verflüchtigen sich, und ich renne, um sie wieder einzuholen.»

Eveleen Valadon und Jacqueline Remy, «Meine Gedanken fliegen wie Schmetterlinge. Wie ich mit Alzheimer lebe.» Aus dem Französischen von Doris Heinemann, 176 Seiten, Diana Verlag.

→Ein Interview mit Jacqueline Remy


Reportagen – Sonderausgabe Alzheimer Schweiz

Anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums von Alzheimer Schweiz gibt die Sonderausgabe von «Reportagen» Einblick in ganz unterschiedliche Facetten, welche die Demenzerkrankung Alzheimer privat und gesellschaftlich mit sich bringt. Einfühlsame Porträts von Betroffenen, Angehörigen und Betreuenden stehen neben starken Erzählungen rund um Alzheimer am Arbeitsplatz, im Gefängnis, im Heim. Es geht dabei um Liebe, Betrug, Drama und trotz allem immer wieder um Momente des Glücks. Abgerundet werden die Reportagen mit Experteninterviews.

Auf 128 Seiten zeigen sechs preisgekrönte Reportagen, Buchauszüge und Interviews mit den Autorinnen und Autoren die ganze Vielfalt der Perspektiven, die ein Leben mit Demenz mit sich bringen kann.

Alzheimer Schweiz (Hrsg.), «Reportagen» – Sonderausgabe Alzheimer Schweiz, 978-3-7272-6034-6, Stämpfli Verlag.


Die Fliegengöttin

Der Schweizer Schriftsteller Hansjörg Schertenleib schildert in seiner anrührenden Novelle «Die Fliegengöttin», wie ein alter Mann seine an Alzheimer erkrankte Frau pflegt. Immer wollten sie füreinander da sein. Bis zuletzt. Sich gegenseitig erlösen, wenn einer von ihnen nicht mehr weiter kann. Seit über fünfzig Jahren sind die Irin Eilis und der Holländer Willem verheiratet. Zwei Jahre sind seit ihrer Alzheimer-Diagnose vergangen. Aufopferungsvoll kümmert er sich um seine geliebte Frau und kann doch nur zusehen, wie sie immer weiter verschwindet, jeden Tag ein bisschen mehr.

«Wie gross kann eine Liebe sein, was hält sie aus, was vermag sie zu tragen, und gibt es eine Grenze, die selbst eine grosse geglückte Liebe nicht überschreiten kann?» fragt sich Schertenleib. «Wie weit also geht man, wenn man einem geliebten kranken Menschen bis zum Letzten beisteht?»

Hansjörg Schertenleib, «Die Fliegengöttin», 2018 Gatsby Verlag/Kampa Verlag

→Ein Interview mit dem Autor


Warum wir unseren Eltern nichts schulden

Schulden wir unseren Kindern etwas? Die Philosophin Barbara Bleisch beleuchtet dieses heikle Thema in einem Buch – und kommt zum Schluss, dass wir ihnen allein für die Kindschaft gar nichts schulden. Die meisten Eltern investieren sehr viel in die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder. Sie haben in neue Rollen zu schlüpfen und sich neue Gewohnheiten und Routinen anzulegen. Schulden erwachsen gewordene Kinder ihren Eltern deshalb Gegenleistungen?

Anders als es der Titel suggeriert, ist das Buch kein Freipass dazu, die Bedürfnisse der Eltern zu ignorieren und ihre Gefühle zu verletzen. Barbara Bleisch argumentiert systematisch von verschiedenen Perspektiven aus. Sie erzählt Fallbeispiele, lotet Konflikte aus, zitiert grosse Denker und räumt auf mit alten Klischees und Moralvorstellungen. Damit gibt sie den Lesern gleichzeitig Rat und Freiheit in der Beziehungsgestaltung zu den Eltern.

Barbara Bleisch, «Warum wir unseren Eltern nichts schulden», Hanser Verlag, 2018

→Hier gehts zur Buchbesprechung mit Video-Interview


Schule der Endlichkeit – Gespräche über Demenz

In Till Veltens Buch «Schule der Endlichkeit» hat der forschende Künstler die Rolle der Angehörigen von an Demenz erkrankten Menschen untersucht. Während mehrerer Aufenthalte in der Sonnweid, dem innovativen Wohnheim für Menschen mit Demenz in Wetzikon bei Zürich, führte er zahlreiche Gespräche mit Angehörigen der Bewohnerinnen und Bewohner sowie mit den Menschen, die dort arbeiten. Veltens Buch handelt von Wesensveränderungen und vom Verlust des alten Lebens – aber auch vom neuen Leben, von neuen Freundschaften und vom Tod.

Till Velten, Schule der Endlichkeit, Gespräche über Demenz. Herder-Verlag 2018, 168 Seiten.

→ Till Velten spricht im Video über das Buch

→ Hier können Sie das Buch bestellen


Das passende Leben – Was unsere Individualität ausmacht und wie wir sie leben können

Das Lebenswerk des bekannten Entwicklungsforschers und Bestseller-Autors Remo H. Largo ist ein befreiendes Buch gegen Leistungsdruck, Selbstoptimierung und Wachstumswahn. Jeder wünscht sich ein erfülltes Leben. Doch so simpel es scheint, so schwer ist es, im Einklang mit sich und anderen zu leben. Meist gilt es, fremdbestimmt Erwartungen zu erfüllen. Remo H. Largo zieht die Summe seiner jahrzehntelangen Forschungen und Erkenntnisse und zeigt uns, welche Bedürfnisse und Kompetenzen unsere Individualität formen, wie wir unsere Stärken, Begabungen, aber auch unsere Schwächen leben können und was das »passende Leben« ausmacht.

Lebe ich wirklich das Leben, das zu mir passt? Ein optimistisches, lebenspraktisches Buch, die Quintessenz des bekannten Entwicklungsforschers und Autors Remo H. Largo.

Remo H. Largo, «Das passende Leben» – Was unsere Individualität ausmacht und wie wir sie leben können, Fischer Verlag

→ Hier finden Sie ein Interview mit Remo Largo


Uhren gibt es nicht mehr

Multimediakünstler und Autor André Heller im Gespräch mit seiner Mutter – ein Buch voller Weisheit, Poesie und Witz

Worauf kommt es an im Leben? 102 Jahre alt ist Elisabeth Heller, und langsam, so sagt sie in den Gesprächen, die sie mit ihrem Sohn André in den vergangenen Monaten geführt hat, geht es ans Verabschieden. „Innerlich sieht man sich noch jung und freut sich auf den nächsten Tag“, sagt die alte Dame, die geboren wurde, als der Erste Weltkrieg ausbrach, und die mit gerade 19 den Süßwarenfabrikanten Stephan Heller heiratete. Ein anderes Mal wünscht sie sich, „dass das Körperwerkl in Gottesnamen auslaufen soll“ und erzählt dann munter über einen Selbstmordversuch aus Liebe und über Lehár am Klavier in Bad Ischl. Ein kleines Buch von großer Weisheit, würdevoll, poetisch, komisch. Und das Dokument einer späten Liebe und großen Offenheit zwischen Mutter und Sohn. Elisabeth Heller starb am 7. August 2018 in Wien-Hietzing.

«Das Buch fasziniert mich, es wurde rasch zum Begleiter für zwischendurch – am Computer, im Büro, zu Hause – immer wieder las ich darin und sprach darüber, was wir als das Wesentliche in unserem Leben erkennen werden. «Uhren gibt es nicht mehr» ist ein Philosophielehrgang in Kurzversion. Das Wesentliche ist gesagt.» Michael Schmieder

André Heller, «Uhren gibt es nicht mehr – Gespräche mit meiner Mutter in ihrem 102. Lebensjahr», Hanser Literaturverlage.


Einsamkeit – Die unerkannte Krankheit

Der streitbare und umstrittene Hirnforscher Manfred Spitzer beschreibt in seinem neuen Buch erstmals, warum Einsamkeit ein Krankheitsverursacher ist, wie krankmachende Einsamkeit und soziale Isolation aussehen und welch gravierenden Einfluss das auf Gesundheit, Körper und Seele hat. Im Zusammenhang mit Demenz spricht er eine Studie an, die Einsamkeit als Risikofaktor für die Entwicklung von Demenz aufführt. Manfred Spitzer erläutert, dass Demenz und Einsamkeit einen Teufelskreis bilden. «Wichtig ist es, Wege zu finden, um diesen zu durchbrechen.»

Der streitbare Psychiater will mit seinem Buch eine Gesellschaft aufrütteln, die Einsamkeit immer noch als erstrebenswertes Wellnessangebot für gestresste Zeitgenossen betrachtet.

Manfred Spitzer, «Einsamkeit – die unerkannte Krankheit», Droemer Knaur

→Video-Gespräch über das Buch


Reden über Demenz

Im neuen Buch «Reden über Demenz» steht die Kommunikation mit Demenzkranken und ihren Angehörigen im Mittelpunkt. Das Gespräch mit den Autorinnen Monika Obrist und Angelika U. Reutter beleuchtet in diesem Kontext die Palliation in der letzten Lebensphase.

Das Buch richtet sich an Angehörige von Demenzkranken, an Gerontologen, Pflegefachleute sowie Ärztinnen und Ärzte. Das Thema wird von Fachleuten aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ein Porträt und eine Reportage sowie Stimmen von pflegenden Angehörigen zeigen den alltäglichen Umgang mit Demenzkranken. Mit Beiträgen von:

Monika Obrist (Vorwort), Dr. med. Irene Bopp-Kistler, Prof. Dr. theol. Ralph Kunz, Dr. med. Roland Kunz, Regula Bockstaller, Ursula Zarth, Martin Mühlegg, Fabio Schmieder, Angelika U. Reutter, Anne Rüffer, Sabine Arnold, Elena Ibello, Felix Ghezzi.

Elena Ibello, Anne Rüffer (Hg.) | Reden über Demenz | 168 Seiten | Broschur | ISBN 978-3-906 304-29-8 | rüffer & rub Sachbuchverlag.

→Ein Gespräch mit den Autorinnen


Wenn die Worte fehlen – Von der Kraft der Seelensprache

Angelika U. Reutter zeigt in ihrem Buch anhand zahlreicher Beispiele, dass die Seelensprache eine tragfähige Brücke zum anderen ist, die es uns ermöglicht, auf vielfältige Art und Weise Kontakt herzustellen. Sie ist eine Sprache von Herz zu Herz, die mit dem Klang in unserer Stimme, Berührungen oder tiefen Blickkontakten im gemeinsamen Schweigen Kontakt herstellt und Beziehung zum anderen schafft. Auch zu geliebten Menschen, denen die Worte ausbleiben und die nicht mehr zu sprechen vermögen. Das von Angelika U. Reutter entwickelte Seelen-ABC gibt der Seele eine Stimme – von A bis Z, von Akzeptanz bis Zivilcourage. Diese Seelensprache, leise oder sogar ohne Worte, nur in einer Gebärde ausgedrückt, vermittelt den Angehörigen und Betreuern Zuversicht. Sie hilft, Menschen in ihrem innersten Kern wahrzunehmen und ihnen, auch wenn das Gegenüber im Schweigen verharrt, Trost und heilsame Liebe zu spenden. Ein praxisnahes Buch, um Menschen aus der Isolation und Einsamkeit zu führen. 

Angelika U. Reutter: Wenn die Worte fehlen – Von der Kraft der Seelensprache
184 Seiten, Klappenbroschur, Scorpio Verlag, ISBN 978-3-95803-094-7


Hier können Sie im Kreis gehen

Frédéric Zwicker (32) arbeitete während seines Zivildienstes in einem Pflegeheim. Nun hat er einen Roman geschrieben über einen alten Mann, der eine Demenz vortäuscht, damit er in einem Heim leben kann. Zwicker glänzt mit klugen Reflektionen und präziser Sprache. Mit seinen treffenden Beobachtungen zum Alltag des Heimes hält er Bewohnern, Pflegern und Angehörigen den Spiegel vor. Mit «Hier können Sie im Kreis gehen» hat er einen beeindruckenden Erstling vorgelegt.

Frédéric Zwicker, «Hier können Sie im Kreis gehen», Verlag Nagel & Kimche 2016


ich bin. bin ich? – Ein fotografischer Blick hinter den Spiegel der Erinnerung

Was macht uns aus? Wie nehmen wir uns wahr? Der Fotograf Rob Lewis hat Menschen mit Demenz im Zentrum Schönberg in Bern porträtiert, während sie sich selbst im Spiegel betrachtet haben. Was sehen die Porträtierten, wenn sie sich selbst in die Augen schauen? Und was lösen die Bilder in uns aus, wenn wir sie betrachten?

64 Seiten, bebildert, gebunden, CHF 39/Euro 39, Stämpfli Verlag, 978-3-7272-7912-6


Dement, aber nicht bescheuert 

Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir Gesunden können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen – wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrem So-Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid - mit beeindruckendem Erfolg. Was ist besonders? Michael Schmieder ist ein Mann der Praxis: Er lebt das, was er schreibt. Er nimmt die Demenzkranken und ihre Bedürfnisse ernst und behandelt jeden Kranken als Individuum. Die Dementen bestimmen die Bedingungen, unter denen sie leben möchten.
Michael Schmieder und Uschi Entenmann; Dement, aber nicht bescheuert, Ullstein Verlag


Alzheimer

Peter Granser dokumentierte mit seiner Kamera das Leben in einem Stuttgarter Heim für Menschen mit Demenz. Unter anderem entstand dabei eine eindrückliche Porträtserie. Die Stiftung Sonnweid ermöglichte 2007 eine Neuauflage des preisgekrönten Werkes.
Peter Granser, Alzheimer, Kehrer Verlag
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Der alte König in seinem Exil

Arno Geiger hat ein berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. «Der alte König in seinem Exil» ist nicht nur erstklassige Literatur, sondern vermittelt auch viel Wissen über die Begleitung von Menschen mit Demenz.
Arno Geiger, Der Alte König in seinem Exil, Hanser Verlag


Meine Oma hat Alzheimer

Paula und ihre Oma sind ein tolles Paar. Doch jetzt kann Oma weder einkaufen gehen noch Enten füttern. Als Oma ins Heim kommt, übernimmt Paula ihren Part: Sie bringt Kuchen, zeigt Fotoalben und erzählt Geschichten. Ein feines Bilderbuch, das Kleinkindern den Zugang zu Menschen mit Demenz erleichtert.
Veronique Van den Abeele & Claude K. Dubois, Meine Oma hat Alzheimer, Brunnen Verlag


Fach- und Sachbücher


ICH HELF DIR – Nützliche Tipps für den Alltag

Für alte Menschen birgt der Alltag viele Hürden und Risiken. Hier setzt das Buch «Ich helf dir» der Produktdesignerin Anneke Goertz an. Es zeigt auf, wie man mit einfachen Mitteln alte Menschen bei ihren alltäglichen Tätigkeiten unterstützen kann. Ein Schaumstoffrohr aus dem Baumarkt erleichtert das Tragen von Einkaufstüten. Dank einer Vorrichtung aus einem Kunststoff-Tischset und einer Schnur lassen sich Socken einfacher anziehen. Farbige Kleber am Kochherd verhindern Verwechslungen. Ein Gummiband am Griff des Löffels sorgt für mehr Sicherheit.

«Ich helf dir» bietet auf 160 Seiten handfeste und praktische Tipps und Tricks. Es ist schön gestaltet, und dank vieler Illustrationen sind die kleinen Helfer einfach herzustellen und einzusetzen. Neben den Utensilien, die sich selbst herstellen lassen, stellt Goertz zahlreiche weitere Produkte vor, die den Alltag von alten Menschen angenehmer machen können: Blattwender, Spielkartenhalter, Handlupen, elastische Schnürsenkel.

«Ich helf dir – Do-it-yourself-Tipps, die alten Menschen den Alltag leichter machen», Anneke Goertz, 160 Seiten, Beltz Verlag.


Demenz. Fakten - Geschichten - Perspektiven

Experten nennen die bisher bekannten Fakten zum Thema Demenz beim Namen und erläutern, was es damit auf sich hat. Betroffene und Angehörige berichten von »ihrer« Demenz und was sie mit ihrem Leben macht. Renommierte Autoren vermitteln Perspektiven auf sozial-politischer, medizinischer, menschlicher und spiritueller Ebene, wie wir dieser Krankheit und den Betroffenen respektvoll begegnen können.
Irene Bopp-Kistler, Demenz., rüffer und rub Verlag


Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis

Der Bildungsordner Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis vermittelt auf 400 Seiten das Know-how von 40 Fachleuten aus den verschiedensten Bereichen. Er richtet sich an Fachleute und Laien, die beruflich oder privat mit dem Thema Demenz in Kontakt kommen – sei es als Betreuende, Heimleiter, Hausärzte, Heimköche, Politiker, Angehörige, Therapeuten, Architekten, Raumpfleger usw. Demenz verstehen entstand in einer Zusammenarbeit der Sonnweid AG (Wetzikon) mit der SeneCura Gruppe (Wien) und der Senevita AG (Wabern) und mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Sonnweid und der Stiftung Senevita.

Andrea Mühlegg-Weibel (Herausgeberin), Demenz verstehen – Leitfaden für die Praxis, Sonnweid AG
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Da und doch so fern

Anders als in der bisherigen Literatur zu Demenz, konzentriert sich die amerikanische Forscherin Dr. Pauline Boss explizit auf die Themen «Beziehung und Abschiednehmen». Ihr grosses Anliegen ist es, aufzuzeigen, wie Angehörige von Demenzkranken mit ihren eigenen Gefühlen zurechtkommen können.
Pauline Boss, Irene Bopp-Kistler, Marianne Pletscher, Da und doch so fern, rüffer & rub Verlag
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Tatort Demenz – Menschen mit Demenz verstehen

Cameron Camp bietet einen lösungsorientierten und personzentrierten Ansatz im Umgang mit Menschen mit Demenz. Mithilfe von Fallgeschichten ermöglicht er das Erleben von Menschen mit Demenz zu verstehen, ein detektivisches Gespür für das Befinden von Menschen mit Demenz zu entwickeln und erleichtert somit Lösungen in herausfordernden Situationen zu finden.
Cameron J. Camp und Jean-Luc Moreau-Majer (Herausgeber und Übersetzer), hogrefe Verlag


Die Welt der Demenzkranken – Leben im Augenblick

Jan Wojnar hat die Bedeutung von Emotionen in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz früh erkannt. Sein Buch vermittelt spannende Einsichten und überraschende Erkenntnisse.
Jan Wojnar, Die Welt der Demenzkranken, Vincentz Network Verlag


Demenz – Der personen-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen

Tom Kitwoods person-zentrierte Methode hat sich zu einem wichtigen Behandlungsansatz in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz entwickelt.
Tom Kitwood, Demenz, Huber Verlag


Alzheimer – Spurensuche im Niemandsland

Dieses populärwissenschaftliche Buch vermittelt Laien viel Wissen zum Thema Alzheimer. Es ist verknüpft mit der Biografie des Entdeckers Alois Alzheimer.
Michael Jürgs, Alzheimer – Spurensuche im Niemandsland, C. Bertelsmann 


raumverloren - Architektur und Demenz

Das Buch richtet sich an sämtliche an Entwurf und Planung Beteiligte – Architekten, Innenarchitekten, Ingenieure, Stadtplaner, Kommunen, Bauherren sowie an die Nutzer selbst: Menschen mit Demenz, ihre Angehörigen und ihr soziales Umfeld.
Eckhard Feddersen, Isa Lüdtke – raumverloren – Architektur und Demenz, Birkhäuser
Feddersen Architekten


Hilfen für schwierige Verhaltensweisen und Situationen im Alltag

Die meisten Demenzkranken werden von ihren Angehörigen zuhause betreut. Diese Broschüre der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. möchte dazu beitragen, das Leben mit Demenzkranken etwas einfacher zu machen. Sie beschreibt Verhaltensweisen und Situationen, die im frühen und mittleren Stadium der Erkrankung auftreten und für die Betreuenden oft sehr belastend sind. Zwar gibt es für den Umgang mit Demenzkranken keine Patentrezepte, doch es ist möglich, aus den Erfahrungen anderer zu lernen. 


Filme


Das Leben vor dem Tod

Armin Gloor und Goffredo Frei sind Nachbarn im Tessiner Bergdorf Cumiasca. Goffredo ist Optimist und will noch ein paar Jahrzehnte lang seine Träume ausleben. Armin will trotz guter Gesundheit mit 70 freiwillig aus dem Leben scheiden. Dieser Entscheid bringt die Freundschaft der beiden ins Wanken.

Goffredos Sohn Gregor Frei macht Filme und begleitete die beiden über mehrere Jahre hinweg mit der Kamera. Er dokumentierte Gespräche, Zerwürfnisse und Versöhnungen der beiden älteren Männer. Daraus ist der berührende, inspirierende und manchmal verstörende Film «Das Leben vor dem Tod» entstanden, an dem alles echt ist – samt Abtransport des Sarges, in dem Armins Leichnam liegt.

→Spannendes Interview und alle Informationen zum Film 


Ella und John – Das Leuchten der Erinnerung

Ella und John fahren mit einem Wohnmobil von Boston nach Key West. Unterwegs feiern sie lustvoll die letzten Wochen ihres Lebens, denn Ella hat Krebs und John Demenz. Die tiefe Liebe zwischen Ella (Helen Mirren) und John (Donald Sutherland) entfacht von Neuem auf den Strassen, die mit vielen Erinnerungen gepflastert sind. Sie singen Janis Joplins Lieder, trinken reichlich Whisky und Champagner, sie liebkosen sich und tanzen zur Musik aus den 1960er-Jahren.

«Ella und John – das Leuchten der Erinnerung» (englisch: «The Leisure Seeker»), Italien, 2017: Regie Paolo Virzi, mit Helen Mirren und Donald Sutherland.

→Hier finden Sie eine ausführliche Filmbesprechung


Mrs. Fang

Der chinesische Regisseur Wang Bing hat eine Frau gefilmt, die an Alzheimer stirbt. In vielen Grossaufnahmen zeigt er subtil und respektvoll, wie ihre Lebenskraft schwindet und wie ihre Angehörigen damit umgehen.

→Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zum Film


Amour

Georges und Anne sind um die 80, und es fehlt ihnen an nichts. Doch nach zwei Schlaganfällen ist Anne bettlägerig und kann kaum mehr sprechen. Dreimal wöchentlich kommt eine Pflegerin. Trotz dieser Unterstützung ist Georges überfordert und kapselt sich von der Umwelt ab.
F/D 2012, Regie: Michael Haneke, mit Jean-Louis Trintignant, Emmanuelle Riva, Isabelle Huppert


Pandoras Box

Der Film erzählt die Geschichte der alten Nusret, die in einem Dorf an der Schwarzmeerküste lebt. Ihr Mann ist gestorben, ihre drei Kinder sind nach Istanbul gezogen. Die beiden Generationen leben in verschiedenen Welten und finden kaum mehr Berührungspunkte. Als die Kinder erfahren, dass Nusret verwirrt ist und betreut werden muss, werden sich die Jungen wieder ihres eigenen Lebens gewahr. Der Film zeigt auch, wie in den städtischen Gesellschaften Idealismus durch Konformismus ersetzt wird.
Regie: Yesim Ustaoglu, Türkei 2009


Die Geschwister Savages

Die Geschwister Wendy (Laura Linney) und Jon Savage (Philip Seymour Hoffman) erhalten schlechte Nachrichten aus dem Rentnerparadies Sun City: Ihr Vater Lenny hat Alzheimer. Wendy und Jon übernehmen seine Betreuung. Der Drehbuchautorin und Regisseurin Tamara Jenkins ist es gelungen, die Krankheit und ihre Folgen realistisch und humorvoll darzustellen.
USA 2007, Regie: Tamara Jenkins


Sinn und Hoffnung finden

Die Professorin Pauline Boss (USA) geht der Frage nach: Wie pflege ich meinen demenzkranken Angehörigen, ohne dass ich dabei zu kurz komme oder krank werde? Entstanden auf Initiative der Ärztin Irene Bopp von der Memory Klinik Zürich, realisiert von Marianne Pletscher. Dauer 25 Minuten, Englisch, deutsch oder schweizerdeutsch mit deutschen Untertiteln.
CH, 2014, Marianne Pletscher und Irene Bopp
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