Demenz Meet Basel

Über Sinn und Sinnlichkeit

Impression vom ersten Basler Demenz Meet vor zwei Jahren.
Impression vom ersten Basler Demenz Meet vor zwei Jahren. Bild Demenz Meet

Schicksale, Musik, Träume, Humor und viel Sinnlichkeit: Das zweite Demenz Meet Basel verschafft leichte Stunden zu einem schweren Thema.

Von Martin Mühlegg

«Ich will heim!»: Diesen Satz hört man oft von Menschen mit Demenz – selbst wenn sie an dem Ort sind, den wir als ihr «Zuhause» bezeichnen. Dies zeigt, dass Heimat kein geografischer Ort sein muss, sondern auch emotional definiert werden sollte.

«Wo es mir gut geht, da ist meine Heimat», besagt ein Sprichwort. Speziell in den letzten 18 Monaten ist der Begriff «Heimat» und die damit verbundene (oder erhoffte) Sicherheit in Frage gestellt worden. Selbst der Boden, in dem wir Wurzeln geschlagen haben, ist brüchig geworden.

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Da kommt ein Philosoph gerade recht, der ein Buch geschrieben hat mit dem Titel «Heimat finden – Vom Leben in einer ungewissen Welt». Wilhelm Schmid heisst dieser «Philosoph der Lebenskunst», und er wird am Demenz Meet in Basel vom 11. September 2021 über Sinn und Sinnlichkeit im Umgang mit Menschen mit Demenz referieren.

Lebensqualität durch Musik

Eva Blanco bringt Sinnlichkeit in den Alltag von Menschen mit Demenz, indem sie musiziert. «Es erfüllt mich, wenn ich etwas weitergeben und Positives bewirken kann», sagt die Musikerin und Körpertherapeutin. «Das Experimentieren mit verschiedenen exotischen Instrumenten zaubert ein Lächeln, Wehmut oder Freude in die Gesichter.» Am Demenz Meet Basel erzählt sie, wie Musik als Therapie wirken und die Lebensqualität positiv beeinflussen kann.

Am Anfang des Meets stehen aber Träume und Humor: Unter dem Titel «I have a dream: Das Erleben der Angehörigen, mein Wunsch» äussern Angehörige ihre ganz persönlichen Träume rund ums Leben mit Demenz. Anschliessend zeigt Beat Hänni, wie Humor als Bewältigungs- und Kommunikationsressource genutzt werden kann.

Zum Abschluss des zweiten Basler Demenz Meets erzählt Pablo Labhardt, wie eine Begegnung sein Leben als Angehöriger veränderte. Das Schicksal Labhardts ist besonders berührend: Zusammen mit seinem Vater betreut er seine sehr früh an Alzheimer erkrankte Mutter. Daneben absolviert er ein Studium und ist Geschäftsleiter der Organisation Animal Rights.

 

erschienen: 30.08.2021