Besucherregelung

Umarmen geht nur mit Mundschutz

Ab dem 8. Juni sind alte Menschen weniger isoliert.
Ab dem 8. Juni sind alte Menschen weniger isoliert. Symbolbild PD

Ab Montag gelten in der Schweiz neue Besucherregelungen. Die Bewohner von Altersheimen dürfen ihre Angehörigen wieder in den Arm nehmen – sofern sie einen Mundschutz tragen.

Von Martin Mühlegg

Am 2. Juni hat die Zürcher Gesundheitsdirektion Lockerungen in den Alters- und Pflegeheimen bekanntgegeben. «Die Heime sollen ihren Bewohnenden mit einem Schutzkonzept möglichst viel Freiheit einräumen», heisst es in der Medienmitteilung. Das Vorgehen sei gemeinsam mit den Heimverbänden Curaviva und Senesuisse und dem Gemeindepräsidentenverband festgelegt worden.

In einem sechsseitigen Dokument definiert die Gesundheitsdirektion «Anforderungen und Empfehlungen gegenüber Heimen». Die Alters- und Pflegeheime des Kantons haben in den vergangenen Tagen aufgrund dieser Vorgaben Besucherregelungen und Schutzkonzepte entwickelt, die ab dem kommenden Montag gelten. So auch das Demenz-Zentrum Sonnweid in Wetzikon.

Die wichtigsten Punkte der neuen Regelung:

  • An sieben Tagen die Woche dürfen die Bewohner gleichzeitig maximal zwei Besucher empfangen.
  • Die Besuche müssen 24 Stunden vorher angekündigt werden und dürfen maximal eine Stunde dauern.
  • Bewohner und Besucher tragen eine Schutzmaske – falls zwei Meter Abstand eingehalten werden, kann die Schutzmaske entfernt werden.
  • Die Bewohner dürfen wieder berührt und umarmt werden – aber nur mit Schutzmaske.
  • Die Besucher dürfen mit den Bewohnern Spaziergänge unternehmen – allerdings nur in der Nähe des Heims und nicht im Stadtzentrum.
  • Die Angehörigen dürfen die Bewohner nicht nach Hause nehmen.
  • Die Besucher dürfen keine Hunde mitnehmen.

Verschiedene Institutionen, Fachleute und Angehörige hatten sich in den vergangenen Wochen zunehmend über die Besuchsregelungen beklagt und weitere Lockerungen gefordert. Starke Kritik gab es wegen der Abtrennung von Bewohnern und Besuchern durch eine Scheibe. In vielen Heimen war es – vor allem bei Bewohnern mit Demenz – zu unschönen Szenen gekommen. Angehörige hatten von traumatischen Szenen berichtet.

erschienen: 06.06.2020