Kampagne

Bevor aus Liebe Hass wird

Was gegen aussen lustig aussieht, kann hinter verschlossenen Türen dramatisch sein.
Was gegen aussen lustig aussieht, kann hinter verschlossenen Türen dramatisch sein. Bild PD

Gewalt im Alter ist ein Tabuthema. Die Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter (UBA) geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Eine Präventionskampagne soll nun die Öffentlichkeit in der Schweiz sensibilisieren.

Überforderung in einer Betreuungs- oder Pflegesituation im Privaten kann jeden von uns treffen und ganz ungewollt kann es zu Gewaltanwendungen kommen. Stete Müdigkeit, Depression, Krankheit, Sucht sind Warnzeichen dafür, dass Betreuende und Pflegende an ihre Grenzen stossen.

Mit dem Einbezug von mehreren betreuenden Personen oder von auf die Betreuung und Pflege spezialisierten Organisationen kann Überforderung vermieden werden.

Unter Gewalt an älteren Menschen werden gezielte Handlungen, die die Betroffenen belasten, verletzen, schädigen oder einschränken und bewusstes oder unbewusstes Unterlassen von notwendiger Unterstützung verstanden.

Die UBA unterscheidet zwischen physischer, psychischer, ökonomischer, struktureller, medikamentöser und sexueller Gewalt.


Quelle UBA/Youtube

Die UBA-Präventionskampagne «Bevor aus Liebe Hass wird» verurteilt nicht. Es geht dabei nicht um Gut oder Böse. Die Kampagne informiert und sensibilisiert für die Gefahren der Überforderung, bietet Orientierungshilfe zur Planung einer Pflegesituation zu Hause und baut Hemmschwellen ab.

Es gibt gefährdende Lebenskontexte, denen ältere Menschen vermehrt ausgesetzt sind. Hierzu zählen eine langandauernde, auch körperliche Abhängigkeit, zum Beispiel durch Krankheit und Pflegebedürftigkeit.

Der Verlust an Beziehungen kann für ältere Menschen zu einer Gefährdung werden, wenn sie schlecht sozial integriert sind.

Ältere Menschen können sich gefährdenden Situationen tendenziell schlechter entziehen, haben weniger Perspektiven und sind dadurch stärker ausgeliefert.

Von Misshandlungen direkt betroffenen Personen, deren Angehörigen oder Bekannten wird empfohlen, eine Fachstelle zu kontaktieren. Diese kann beraten und hilft, die erforderlichen Schritte zu unternehmen.

Beteiligte sollten mit den betroffenen Personen in Kontakt bleiben bis die Situation durch eine kompetente Fachstelle geklärt und eine Lösung gefunden ist.

Video: Interview mit Dr. Albert Wettstein (schweizerdeutsch)

Dr. Albert Wettstein beantwortet im Interview dringende Fragen zur Betreuung von Menschen mit Demenz zu Hause. alzheimer.ch/Youtube

Quelle alzheimer.ch/youtube

 

Unterstützung und Beratung bieten folgende Fachstellen:
In der Deutschschweiz die UBA, Tel. 058 450 60 60.
In der Westschweiz alter ego und in der Südschweiz Pro Senectute, Tel. 0848 00 13 13
 
Unabhängige Beschwerdestelle für das Alter UBA, Telefon 058 450 60 60, info@uba.ch, www.uba.ch, www.aneluege.ch

erschienen: 20.04.2018

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