Alltagshilfe

Projekte in zehn Gemeinden und Regionen ausgewählt

Nachbarn unterstützen Senioren im Alltag zu Hause: Dies will die Age-Stiftung mit dem Programm Socius fördern.
Nachbarn unterstützen Senioren im Alltag zu Hause: Dies will die Age-Stiftung mit dem Programm Socius fördern. Bild PD

Das Förderprogramm Socius will ältere Menschen unterstützen, damit sie länger zu Hause leben können. In einem Auswahlverfahren haben zehn innovative Projekte aus sieben Kantonen Aufnahme ins Programm gefunden.

Von Programm Socius

Um trotz Gebrechlichkeit und Einschränkungen weiterhin in den eigenen vier Wänden leben zu können, sind alte Menschen früher oder später auf Unterstützung angewiesen. In den Schweizer Kantonen und Gemeinden wird zunehmend erkannt, dass eine ambulante Gesundheitsversorgung allein dafür nicht ausreicht.

Wie die neuere Forschung nahelegt, braucht es vor allem auch Alltagshilfe, Beziehungen und gesellschaftliche Teilhabe. Dabei sollten die Dienstleister mit ihren vielfältigen Angeboten vermehrt zusammenwirken, von der Spitex über Altersorganisationen, Quartiervereine und Kirchgemeinden bis zu freiwillig Engagierten.

In die zweite Runde

Bereits das erste Programm Socius der Age-Stiftung von 2014 bis 2018 zielte darauf ab und förderte zehn Projekte. Jetzt geht das Programm in die zweite Runde. Weil den Gemeinden bei der Neugestaltung der Alterspolitik eine wichtige Rolle zukommt, richtete sich die Ausschreibung diesmal ausdrücklich an sie. Fast vierzig Bewerbungen gingen ein.

In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wählte eine Begleitgruppe namhafter Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis gemeinsam mit den Verantwortlichen der Age-Stiftung zehn Vorhaben aus. Diese werden 2020 bis 2023 finanziell unterstützt.

Zudem profitieren sie von einer Lerngemeinschaft und vom Wissensaustausch innerhalb des Programms. Die Projekte stammen aus den Städten Aarau, Luzern und Uster (ZH), aus dem Bezirk Küssnacht (SZ), den Gemeinden Suhr (AG), Riehen (BS) und Wittenbach (SG) sowie aus den Regionen Sursee (LU), Gantrisch und Oberaargau (beide BE), wo jeweils mehrere Gemeinden eine gemeinsame Alterspolitik verfolgen.

Auch in der Stadt Luzern soll ein Netzwerk zur Unterstützung alter Menschen aufgebaut werden.
Auch in der Stadt Luzern soll ein Netzwerk zur Unterstützung alter Menschen aufgebaut werden. Bild PD

Alle am Programm teilnehmenden Gemeinden sehen vor, Netzwerke zur Unterstützung daheim lebender älterer Menschen aufzubauen. Dabei setzen sie unterschiedliche Akzente – von der digitalen Community-Plattform über Informations- und Anlaufstellen für Ältere in den Quartieren bis zur Wohnassistenz und Sorgekultur.

→ «Oft genügen einfache Mittel» – Interview mit der Socius-Projektleiterin Christiana Brenk

→ «Die Nachbarschaft im Quartier gestärkt» – Ein Projekt in der Stadt Bern

→ «Mehr Rückhalt für betreuende Angehörige» – Anlaufstelle in Bassersdorf

Wie schon beim ersten Socius-Programm werden die Ergebnisse dokumentiert und weiteren Gemeinden zur Verfügung gestellt. Ziel ist es, dem demografischen Wandel mit zeitgemässen, wirtschaftlich tragbaren und bedürfnisorientierten Lösungen zu begegnen.

Dabei soll auch dem Wunsch der meisten älteren Menschen entsprochen werden, möglichst lange möglichst autonom in der eigenen Wohnung zu bleiben. Informationen zu den ausgewählten Projekten und zum Programm Socius 2 finden Sie auf www.programmsocius.ch.

Die Age-Stiftung mit Sitz in Zürich setzt sich dafür ein, die gesellschaftliche Wahrnehmung des Themas Wohnen und Altern zu entwickeln und zu schärfen. Sie unterstützt innovative und konkrete Lösungsansätze mit finanziellen Mitteln und trägt dazu bei, Wissen zu generieren und Erkenntnisse zu multiplizieren. Die Stiftung fördert inspirierende Wohn-, Betreuungs- oder Dienstleistungsmodelle und informiert darüber. Gemäss Stiftungsstatuten werden die zur Verfügung stehenden Mittel in der Deutschschweiz eingesetzt. Im Jahr 2019 sprach die Age-Stiftung Förderbeiträge im Umfang von 3,2 Mio. Franken aus. Das Programm Socius 2 wurde 2019 lanciert und dauert bis 2023. Die Teilnehmenden erhalten über die gesamte Programmlaufzeit einen Beitrag von je 140'000 Franken.

erschienen: 22.03.2020

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